Medizinische Pflege

Medizinische Zuwendungspflege

Die Palliativmedizin in Verbindung mit einer professionellen Zuwendungspflege ist die Basis jeglicher Hospizversorgung. Ein kranker Gast, der unter Schmerzen und anderen belastenden Symptomen leidet und sich körperlich nicht mehr selbständig versorgen kann, kann nur dann Lebensqualität zurück gewinnen, wenn seine Beschwerden und seine körperlichen Bedürfnisse behandelt bzw. befriedigt werden. Hierzu bedarf es besonders fortgebildeter Mediziner und hoch qualifizierter Fachpflegekräfte.

Nur wenn durch die entsprechende medizinische und pflegerische Behandlung Linderung eintritt, kann sich der kranke Gast anderen Bedürfnissen und Interessen zuwenden, entsteht Raum für Begegnung und Gespräch, besteht beispielsweise die Möglichkeit an einer Feier oder einem Ausflug teilzunehmen. Schmerz und andere quälenden Symptome engen ein, halten gefangen und dominieren das Erleben des kranken Gastes. Es ist auch der Hospizarbeit zu verdanken, dass sich die palliativ-medizinische (lindernde) Behandlung in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich weiter entwickeln konnte.

In unserem gesamten Hospizteam arbeiten 25 Fachpflegekräfte, die Tag und Nacht, also „rund-um-die-Uhr“, für unsere kranken Gäste da sind. Fünfundzwanzig Voll- und Teilzeitkräfte - auf volle Stellen hochgerechnet sind dies knapp 19 Fachpflegekräfte, die im Durchschnitt 14 bis 16 kranke Gäste betreuen. Der Frühdienst beginnt und 07.00 Uhr morgens und endet um 14.45 Uhr. Der Spätdienst beginnt um 14.00 Uhr und geht um 21.45 Uhr zu Ende. Der Nachtdienst fängt um 21.00 Uhr an und ist um 07.45 Uhr beendet.

Die pflegerische Betreuung ist an den Wünschen und Bedürfnissen unserer Gäste orientiert. Möchte ein Gast zum Beispiel länger schlafen, so erhält er die Hilfe beim Duschen nicht um 08.00 Uhr, sondern gemäß seinem Wunsch um 11.00 Uhr – so wie es der Gast wünscht.

Um unsere häusliche Atmosphäre zu pflegen, tragen weder unsere Fachpflegekräfte noch unsere Ärzte Dienstkleidung. Unsere Krankenschwestern und -pfleger betreuen mit Zeit, sie helfen bei der Körperpflege, beim Waschen, Duschen, beim An- und Auskleiden, reichen, falls erforderlich, die Mahlzeiten an, kümmern sich um die Medikamente, Infusionen, Spritzen, Wundversorgung, machen die Termine für Krankengymnastik und Lymphdrainage, kümmern sich um die Belange der Angehörigen und haben für alle Anliegen immer ein offenes Ohr. Die meisten unserer Fachpflegekräfte verfügen über eine Zusatzqualifikation in „Palliativ-Care“, der lindernden medizinischen Pflege, und werden in ihrem Dienst von fünf bis sechs jungen Mitarbeitern im Freiwilligen Sozialen Jahr und auch von ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt. Die Begegnung zwischen unseren Gästen und uns Mitarbeitenden ist durch eine achtsame und tief-mitmenschliche Haltung geprägt. Wir verstehen den Kontakt zwischen Mitarbeitenden und kranken Gästen als Begegnung zwischen Sterbenden, bei der der kranke Gast uns Gesunden auf seinem Weg voraus ist. Eine Begegnung die es ermöglicht, vom kranken Gast zu lernen.